Schlagworte: Frau, Kind, Weltkugel, 16. Jahrhundert, Italien
Entstanden: 1528/30
Gemäldegalerie, Dresden
Pappelholz, 109 X 88,5 cm
17 Stimmen: ![]()
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Hans Dunkelberg 22.12.2007, 16:42 Uhr
Parmigianino scheint kein besonders guter Geograph gewesen zu sein.
Den Persischen Golf hat er schon gekannt, aber das Schwarze Meer nicht; die Inseln von Bahrain sind regelmäßig über die Lagune verteilt, das Rote Meer ist zum See gemacht und mit versprengter Landmasse bedacht worden. Adria und Ägäis sind zusammengeschnurrt, in letzterer die Inseln verschwunden, Malta dagegen völlig hypertrophiert, mit Kreta, Sizilien und Sardinien in Ordnung gebracht, Korsika wohl mit seiner Nachbarinsel verschmolzen, der Bodensee hat an Größe und Form die Skyline eines vorgeschichtlichen Urtieres angenommen, und es besteht auch eine gewisse Unklarheit darüber, ob wir`s überhaupt mit ihm oder vielleicht doch eher den oberitalienischen, dem Genfer, dem Plattensee oder der Müritz zu tun haben, während im Britischen und weiter im Norden endgültig Wildwuchs eingerissen und die Eiskappe zu einem neuen, vielleicht Australien vertretenden Kontinent ernannt worden ist. Das Nigerdelta erklärt sich der Künstler intelligenter Weise als eine Landzunge zwischen den Trichtermündungen zweier Flüsse, von denen es den einen sogar wirklich gibt.
Aber der Maler wollte ja auch nicht über die Gestalt der Erde unterrichten, sondern für sein Werk eine geeignete Weltkugel haben, außerdem vielleicht auch bis zu einem gewissen Grade - das lassen seine allzu mutwilligen Vorstellungen über die Grenzen des Mittelmeers vermuten - den Horizont der Geographen seiner Zeit aufs Korn nehmen.
Wäre sein Globus nicht so vereinfacht, hätte er den Altai nicht so schön in zwei parallel verlaufenden Linien einzeichnen und dadurch keinen so schönen Abschluss für Kopf, Ohr, Rose, Brust, Armbeuge, Hüfte, Bauch, wiederum Kopf und Armring von Muttergottes und Jesuskind finden können.
Hans Dunkelberg 22.12.2007, 16:47 Uhr
Wirklich lustig mit der Spamfalle hier. Wie wohl mancher andere vor mir durfte in diesem Fall auch ich mich, bevor ich es geschafft habe, sie zu umgehen, fragen, warum mir das zunächst nicht gelang. Warf der letzte Absatz den Verdacht auf meinen Text, dass es sich bei ihm um eine pornographische Schrift handelt? Nein, ich habe nichts daran verändert. Ich hatte im ersten Satz einen Seitenhieb auf namentlich nicht näher genannte Menschen gemacht, die alles wissen und deshalb von mir mit einem entsprechenden Ausdruck bedacht worden sind, den ich hier nicht zitieren kann, weil sonst der Text wieder gelöscht wird.
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