Gemälde von Willem Kalf

Willem Kalf

Willem Kalf (getauft 3. November 1619 Rotterdam; † 31. Juli 1693 Amsterdam) war einer der bedeutendsten Stilllebenmaler der Niederlande im 17. Jahrhundert. Willem war das sechste Kind des wohlhabenden Rotterdamer Tuchhändlers Jan Jansz. Kalf und seiner Frau Machtelt Gerrits (geb. van Proyen). Der Vater war darüber hinaus Mitglied des Rotterdamer Rates, starb aber 1625, als Willem sechs Jahre alt war. Die Mutter führte den Tuchhandel weiter, jedoch mit weniger Erfolg. Bei welchem Künstler Willem Kalf in die Lehre ging, ist nicht überliefert. Arnold Houbraken nennt in seiner Groote Schouwbourgh (1708) den in Haarlem lebenden Hendrick Gerritsz. Pot, vielleicht auch, weil dort Verwandte der Familie Kalf lebten. Von größerer Bedeutung zumindest für Willems künstlerische Entwicklung mag eher die Verwandtschaft zu einem der bekanntesten Rotterdamer Künstler, Willem Pietersz. Buytewech, gewesen sein. Kurz nachdem Willems Mutter 1638 starb, verließ Willem seine Heimatstadt und scheint zunächst nach Den Haag gegangen zu sein, bevor er etwa 1640/41 nach Paris übersiedelte. Dort gelangte rasch zu großem Ansehen durch seine Bauerninterieurs im Stil der flämischen Tradition, wie sie von Künstlern wie David Teniers in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts praktiziert wurde. Seine rustikalen Interieurs, bei denen die Figuren eher im Hintergrund erscheinen, die zu kunstvollen Arrangements angeordneten Früchte, Gemüse und verschiedenen Gebrauchsgegenstände jedoch im vollen Licht einer unsichtbaren Quelle aufleuchten und auch durch stärkere Farbigkeit hervortreten, übten u.a. großen Einfluss auf den Kreis um die Gebrüder Le Nain aus. Noch während seines Pariser Aufenthaltes entwickelte Kalf aus den \'Bankettszenen\' (banketjes), wie sie von Pieter Claesz, Willem Claesz. Heda und vor allem von Jan Davidsz. de Heem in den frühen 1630er Jahren gemalt wurden, eine neue Form von äußerst kunstvoll komponierten Stillleben mit kostbaren, reich verzierten Gegenständen (meist Flaschen, Tellern, Gläsern) aus stark reflektierenden Materialien wie Gold, Silber, Zinn oder Glas, die ihren Höhepunkt in den faszinierenden Prunkstillleben (pronkstilleven) seiner Amsterdamer Zeit erreichen. Das wohl bekannteste (und mit zwei Meter Höhe größte) Werk seiner Pariser Zeit ist ein spektakuläres Stillleben mit Prunkgefäßen, Rüstungsteilen und Waffen, 1644/45 eventuell im Auftrag des Maréchal de Tessé (René II. de Fourlay, Comte de Tessé) entstanden (heute im Musée de Tessé, Les Mans). 1646 kehrte Willem Kalf für kurze Zeit nach Rotterdam zurück, ging von dort nach Amsterdam und nach Hoorn, wo er 1651 Cornelia Pluvier, die Tochter eines protestantischen Geistlichen, heiratete. Cornelia war eine bekannte Kalligraphin und Dichterin, die auch in Kontakt mit Constantijn Huygens (1596–1687) stand, dem Privatsekretär dreier Statthalter der jungen Holländischen Republik, renommierter Dichter und wohl versiertester Kenner der niederländischen wie auch der internationalen Kunst- und Musikszene.

Gemälde

Stilleben

Schlagworte: Schale, Vase, Krug, Früchte, Obst

Stilleben

Willem Kalf

Musée National du Louvre, Paris

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Stilleben mit Krug und Früchten

Schlagworte: Früchte, Obst, Krug, Schüssel, Glas, Tisch, dunkel

Stilleben mit Krug und Früchten

Willem Kalf

Rijksmuseum, Amsterdam

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Stilleben mit chinesischer Terrine

Schlagworte: Stilleben, chinesischer Terrine, Zitrone, Tisch, Getränke

Stilleben mit chinesischer Terrine

Willem Kalf

Gemäldegalerie, Berlin

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